Das Schöne an der Geige sind die unglaublich vielfältigen Möglichkeiten der klanglichen Gestaltung!
Allerdings liegen bei Streichinstrumenten viele Herausforderungen gleich am Anfang, besonders beim Hören und in den Bewegungsabläufen. Zunächst ungewohnte Bewegungen werden mit zunehmender Übung und Gewöhnung aber immer flüssiger, bis sie sich irgendwann leicht und natürlich anfühlen - ein bißchen wie beim Sport.
Wer die Tonvorstellung trainiert (z.B. übers Singen), gut wahrnimmt und für den Geigenunterricht und das Üben etwas Zeit mitbringt, wird hierfür mit zauberhaften Klangmöglichkeiten belohnt.
Je besser man die Grundlagen beherrscht, desto schöner kann man spielen. Wer einmal eine gute Haltung und gründliche Technik erworben hat,eine sichere Intonation trainiert hat und flexibel mit gutem Klang streichen kann, hat umso mehr den Kopf frei für neue Stücke, für freies Spiel - und vor allem für die musikalische Gestaltung.
Denn die ist das Spannende am Musikmachen!
Die richtigen Töne zur richtigen Zeit zu spielen, sicher und wohlklingend, ist eine notwendige Voraussetzung. Richtig interessant wird es aber, wenn man spielt, was nicht in den Noten steht, was sich erst aus dem Zusammenhang erschließt. Unterschiede machen, verschiedene Stellen und Motive anders spielen, Töne von Anfang bis zum Verklingen verändern, sich entwickeln lassen...
Der Klang kommt dabei in erster Linie vom Bogen. Vibrato ist oft eher ein Ausdrucksmittel, wie ein wohldosiertes Gewürz. Gern orientiere ich mich dabei an der historisch informierten Aufführungspraxis; sie steht für ein lebendiges, ausdrucksstarkes und farbenreiches Spiel, das Motive als Klang-Gesten begreift. Es klingt einfach viel schöner und verständlicher, wenn man Bach anders spielt als Brahms, Biber anders als Borodin.

Die stilistische Bandbreite ist bei Streichern sehr groß: Neben dem klassisch-romantischen Repertoire, Barockmusik und Moderne gibt es zahlreiche andere Stile, in denen Streicher gefragt sind: Von Irish Folk über Klezmer, Tango und Filmmusik bis hin zu Rock / Pop und Jazz.
Besonders für die Geige gibt es hier eine umfangreiche Literatur, aber auch das Spiel nach Gehör und Improvisation sind möglich - nach Akkorden, Skalen oder freieren Vorgaben.
Die Violine ist ein ausgeprägtes Ensembleinstrument. Obwohl es auch wunderschöne Solostücke gibt, entfalten Streicher ihre klangliche Wirkung besonders gut im Zusammenspiel. Es gibt zahlreiche Besetzungen: mit anderen Streichern oder Bläsern, mit Klavier, Akkordeon oder Gitarre; vom Duo über Trio und Quartett bis zum Kammer- oder SInfonieorchester. Stilistisch ist fast alles denkbar: Barock-Ensemble, Folk- oder Rockband, klassisches Klavierduo oder Straßenmusik-Combo... Es existieren auch etliche Bands mit Streichern.
Geige und Bratsche haben auch einen sehr praktischen Vorteil: Man kann sie überall hin mitnehmen!
Bestimmte Grundlagen bauen methodisch in einer notwendigen Folge aufeinander auf. Wichtig sind eine saubere Technik, genaue Anleitung und Beobachtung, unterschiedliche Herangehensweisen sowie Zeit für Übungen und Ausprobieren.
Manche Dinge können später darauf aufbauen: Vibrato, komplexere Stricharten, besondere Spieltechniken und Klangfarben, Doppelgriffe, Akkorde und Lagenspiel, stilistische Besonderheiten, Improvisation und Ensemblespiel...
Hier folge ich, soweit methodisch oder individuell erforderlich, einem strukturiert aufbauenden Weg.
In der Auswahl der Stücke und Übungen sowie der Unterrichtsschwerpunkte versuche ich, möglichst auf die unterschiedlichen Interessen, Charaktere und Begabungen individuell einzugehen, viele Möglichkeiten anzubieten und anzuregen.
Lieblingsmusik:
Dowland, Brade, Biber, Westhoff, Bach, Viotti, Schubert, Ysaye, Hartmann, Berio, RIhm, Kurtág...
Interpret*innen: Carolin Widmann, Amandine Beyer, Leila Schayegh, Walter Reiter, Gunnar Letzbor, Thomas Zehetmair...
Populäres: Lindsey Stirling, Jorane, Huschke, Tibor Andras, Aleksey Igudesman, Yann Tiersen;
Apocalyptica, Poems for Laila, M.Walking on the Water, Die Irrlichter, Depui, Die Schnitter, Transsylvanians ...
Fotos: privat